23.07.26
Erste Lichtspielwerkstatt 10.-13.9. an der Uni Köln und Lichtburg Essen
Mit Licht spielen: Netzwerk kulturelle Filmbildung lädt zur ersten „Lichtspielwerkstatt“ ein
Vom 10. bis 13. September lädt das bundesweite Netzwerk „Lichtspiel“ zur Lichtspielwerkstatt nach Köln und Essen ein. An vier Tagen entstehen an der Universität zu Köln und der Lichtburg Essen Orte des Experimentierens, Austauschs und der Begegnung mit Film.
Mit Workshops, Filmprogrammen, Panels und interaktiven Formaten macht die Lichtspielwerkstatt Filmbildung als kulturelle und ästhetische Praxis unmittelbar erlebbar. Gleichzeitig lädt sie dazu ein, die gesellschaftliche Bedeutung von Filmbildung zu diskutieren und gemeinsam Visionen für die Zukunft des Kinos zu entwickeln.
Besucher:innen können im breitgefächerten Programm vielfältige Felder der Filmbildung kennenlernen: auf einem „Filmspielplatz“ des niederländischen Künstlerinnenkollektivs „Taartrovers“ mit Licht und Schatten experimentieren, die Verbindung von Videoarbeit und Gebärden-Performance erleben oder gemeinsam mit Aktivist.innen des ehemals besetzten Berger Kinos über die Zukunft von Kino als gesellschaftlichem Ort diskutieren. In Laboren, Workshops, Panels und Arbeitsgruppen kommen Lehrende, Kinder, Kinobetreiber.innen, Künstler:innen und Filmvermittler:innen miteinander ins Gespräch. An den gemeinsamen Tagen soll Filmbildung als breiter und doch sehr konkreter Begriff entlang sinnlicher Erfahrungen, konkreter Diskurse und internationaler Beispiele greifbar werden. Dabei versteht sich die Lichtspielwerkstatt als dreitägige Intervention in den Status quo: Wie es sein könnte und warum es so, wie es ist, nicht bleiben kann – diese zentralen Fragen ziehen sich durch alle Formate.
„What we cannot imagine, cannot come into being“ (bell hooks)
Im Mittelpunkt der vier Tage steht die Frage nach den Utopien der Filmbildung. Symbolisch dafür steht die Filmopiemaschine, die auf dem Vorplatz der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln zum Nachdenken und Mitgestalten einlädt: Worin genau liegt das realutopische Moment, das Filmbildung schaffen kann, wenn Menschen sich über Film in Beziehung setzen oder im Kino etwas erleben, das sich für sie in der zugerichteten Realität nicht einstellt? Und welche Projektionen in die Zukunft, welche mögliche Welten müssen wir einer Realität der Mittelkürzungen, Sachzwanglogik und politischen Angriffe auf emanzipatorische Bildung entgegensetzen? Es geht darum, im Moment der Krise nicht zurückzustecken, sondern trotz oder sogar wegen ihr etwas ganz Konkretes vor Ort umzusetzen, als Raum der Begegnung.
Das Programm richtet sich mit eigenen Angeboten an Kita-Kinder und Schüler:innen sowie an alle Interessierte aus den Bereichen Kino, Kultur und Filmbildung. Die Filmopiemaschine lädt Menschen aller Altersgruppen ein, eigene Zukunftsideen zu entwickeln.
Die Filmprogramme am Donnerstag- und Freitagabend sind öffentlich zugänglich und richten sich an die gesamte Stadtgesellschaft.
Den Abschluss bildet am Sonntag, 13. September, ein Familientag in der Lichtburg Essen. Dort gestalten die Taatrovers den Filmspielplatz für Kinder zwischen vier und acht Jahren und ihre Familien.
Das Netzwerk Lichtspiel vereint Akteur:innen und Initiativen der Filmbildung aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Mitglieder des Netzwerks verbindet ein gemeinsames Verständnis kultureller Filmbildung: Unabhängig von kommerziellen Interessen schaffen sie Räume für ästhetische Erfahrungen und die aktive Auseinandersetzung mit Film. Dabei verstehen sie Filmbildung als Teil einer lebendigen Filmkultur, die eng mit dem Kulturort Kino verbunden ist und dessen gesellschaftliche Bedeutung langfristig stärkt. Das Programm ist organisch aus dem Beziehungs- und Diskursgeflecht, in dem die Lichtspielcrew arbeitet, entstanden. Es ist kollektiv verabschiedet worden und wird nun gemeinsam umgesetzt.
Das ausführliche Programm inklusive Hinweise zur Zugänglichkeit findet sich hier
Für die Teilnahme an der Lichtspielwerkstatt können bis zum 27. August Tages- und Werkstatttickets gebucht werden, die ein tägliches Mittagessen umfassen: Tagestickets 10-20 €, Werkstatttickets 25-60 € nach Selbsteinschätzung. Es gibt Sonderkontingente für Personen, die keinen Beitrag zahlen können. Einzelne Programmpunkte können ohne Essen kostenlos oder gegen Spende besucht werden.
Die Lichtspielwerkstatt wird aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, des NRW Kultursekretariats, der Stadt Köln, der Stadt Essen und dem Verein Filmkunst und Kinokultur Essen finanziert.