13.04.26
Panel beim IFFF: Traum ohne Job? Wie werden wir feministische Filmkurator*innen? 26.4.
In dem Programm Formfragen widmet sich die Dokumentarfilmsektion neuen, innovativen Perspektiven, die die klassische Kinoerfahrung herausfordern.
Dieses Jahr verbinden wir wortwörtlich Gespräche über feministisches Kuratieren mit dem Film Fia Fabula, der verschiedene feministische Gedankenstränge vereint und bei uns seine Weltpremiere feiert. Ein Panel, eine Interaktion und die Filmvorstellung sind Teil der diesjährigen Formfragen.
Bei dem Panel sprechen wir über die historischen Grundlagen der feministischen Filmgeschichte und geben Einblicke in die Praxis der Festivalarbeit, u. a. Premierenpolitiken, Verleihlogiken und publikumsorientiertes Programmieren.
Kuratieren mit feministischem Blick setzt einen Perspektivwechsel voraus. Wir verstehen es als Filmgeschichtsschreibung jenseits des offiziellen Kanons, aus einer emanzipatorischen, machtkritischen Position heraus. Nur: Wie kommt man an diese Filme, wenn es an Wissens- und Ausbildungsstätten mangelt und FLINTA:-Filme generell weniger sichtbar sind? Archivarbeit bestimmt den Programmbau ebenso wie eine Offenheit für nicht-lineare Erzählweisen und die Frage, was wir durch Körperwissen lernen können.
Schlussendlich agieren Kurator:innen auch in einem prekären Arbeitsumfeld. Wie können wir den Nachwuchs fördern, wenn Berufschancen so rar sind und der Konkurrenzkampf zunimmt?
Panelistinnen:
María Zafra Cortés ist Dokumentarfilmerin und Editorin. Von 2006 bis 2011 war sie Programmleitung des Spielfilmwettbewerbs beim L’Alternativa Barcelona Independent Film Festival. Seit 2022 leitet sie das Barcelona International Women’s Film Festival. Zu ihren Filmen zählen die experimentellen Kurzfilme Memorias, norias y fábricas de lejía (2011) und El recolector de recuerdos (2011). Ihr Dokumentarfilm Arreta (2016) porträtiert eine Transperson auf dem Weg der Genesung nach einer Krebsbehandlung. María ist Teil des Forschungsarchivprojekts Fils Feministes, das sich mit der katalanischen Frauenbewegung befasst. Sie war außerdem Gründungsmitglied von Cooptècniques, einem queer-feministischen Projekt zu audiovisuellen Medien und neuen Technologien.
Annouchka de Andrade ist Gründerin der Association of Friends of Sarah Maldoror & Mario de Andrade und verwaltet das Filmerbe ihrer Mutter Sarah Maldoror. Sie leitete das Internationale Filmfestival von Amiens und arbeitet seit 30 Jahren als Expertin für Dekolonialität und Transkulturalität in verschiedenen Kulturprojekten. In diesem Jahr ist Annouchka de Andrade außerdem Teil der Jury für den Internationalen Spielfilmwettbewerb des IFFF Dortmund+Köln 2026.
Vivien Buchhorn ist die kuratorische Leitung der Dokumentarfilmsektion Panorama und Künstlerische Leitung der Flensburger Kurzfilmtage.
Betty Schiel ist die kuratorische Leitung der Sektion Fokus und freie Kulturschaffende.
Moderation: Maxa Zoller, Künstlerische Leitung IFFF Dortmund+Köln
Das Gespräch findet auf englisch statt.
In Kooperation mit dem Netzwerk Filmkultur NRW.
Thematisch anschließend zeigen wir nach dem Panel um 13:00 Uhr den Experimentalfilm Fia Fabula von Alice Dalgalarrondo im Filmhaus Köln. Infos und Tickets